Samstag, 28. Januar 2012

Gedichte (105)

Meine Bitte


Etliche Jahre ist es her, dass die Diagnose kam,
Ein Urteil fiel, so folgenschwer, das uns und dir den Atem nahm,
Seit damals bist du mal alleine, mal von helfender Hand gestützt,
Gegangen über Stock und Steine, hast oft gefragt ob es was nützt,
Was es bringt, dich so zu quälen, jeden Tag neu aufzustehen,
Den schweren Lebensweg zu wählen, ohne den Horizont zu sehen,

Ich habe Angst, Angst vor dem Tag an dem du gehst,
Nach dem Ende verlangst, dem Drang nicht länger widerstehst

Doch du hast nicht aufgegeben, ich bin unendlich froh darum,
Manche Momente zu erleben erweckt in mir Bewunderung
Die Freude lebt im Augenblick, im Moment, glücklich und klar,
Wirf keinen müden Blick zurück, wie schwer der Aufstieg oftmals war
Denk dran wie wichtig du uns bist, an jedermann der zu dir steht
Leb so ernst es nötig ist, und so fröhlich wie es geht

Ich bin stolz den Weg zu teilen, ein Weggefährte dir zu sein,
Mit dir in Freundschaft zu verweilen, niemals bist du ganz allein,

Es gibt so manchen Grund zu klagen, doch komm Kleines, wir pfeifen drauf,
Eins wollt ich dir hiermit sagen: Bitte, bitte gib nicht auf!


---


Gedichte (104)

Langer Atem


Die zarte Morgenröte
Die am Horizont erglüht
Wo die aufsteigende Sonne
Leuchtend ihren Glanz versprüht

Man hört der Vögel leises Zwitschern
Es rauscht sanft im Blätterdach
Der Himmel blau und wolkenlos
In dem Moment werde ich wach

Dieser Woche zweiter Tag
Schickt sich an, recht zu beginnen
Schließt mit der achten Stunde ab
Bin noch verträumt und wie von Sinnen

Just in diesem Augenblick
Trifft mich der Sonnenstrahlen Schein
Und ein Gedanke zieht vorbei:
So langatmig kann Lyrik sein

Zaubert Bilder für den Leser
Voller Schönheit, voller Macht
In Prosa hieß es kurz und knapp:

Dienstag Morgen, kurz nach acht
Bin gerade aufgewacht.

Freitag, 20. Januar 2012

Gedichte (103)

Stimmungscocktail


Schon an der Stimme kann ich's hören
Vom ersten Wort an war's mir klar
Nuancen, die die Laune stören
Vorwurfsvoll, subtil und wahr

Es liegt heut etwas in der Luft
Schwebt herum, drückt aufs Gemüt
Kein süßlich-schöner Blumenduft
Wie er auf Sommerwiesen blüht

Es riecht nach unterdrücktem Frust
Mit einem Tropfen Bitterkeit
Im Abgang ein Hauch Streiteslust
Dazu noch ein Schuss Selbstmitleid

Und ich kann den Streit schon ahnen
Wie er von Fern herüber zieht
Worte, die mich streng ermahnen
Wie es manches Mal geschieht

Ich habe mich wohl falsch verhalten
Mich nicht betragen wie erhofft
Die Stirn zieht sich in tiefe Falten
Die Miene steinern wie so oft

Nicht wie man's von mir erwartet
Gehorsamst meine Pflicht erfüllt
Bevor die Streiterei nun startet
Ist man leider nicht gewillt
Mir mitzuteilen was gewesen
Worin mein Fehlverhalten lag
Würd‘s gern wissen, gerne lesen
Was man mir vorwirft jeden Tag

Und ich denk‘ ganz still bei mir
Wie schön wären doch Vorwurfslisten
Von früher bis ins jetzt und hier
Den Geist mal gründlich auszumisten

Für jedermann frei einsehbar
Das Web 2.0 in Tadel-Form
Knapp, präzise und ganz klar
Nachvollziehbar und nach Norm

Perfekt nach Tag und Jahr sortiert
Dann wüsst‘ ich jetzt was Sache ist
Könnt reagieren statt irritiert
Bis das Selbstmitleid mich frisst

Hier zu stehen, dem Frust zu lauschen
Der sich über mir ergießt
Beginnt sich selber aufzubauschen
Und die Laune mir vermiest

So schwelg‘ ich in Gedanken
In dieser schlechten Witterung
Seh mein Selbstbewusstsein wanken
Und sag pauschal: Entschuldigung

Donnerstag, 19. Januar 2012

Gedichte (102)

Ich wäre gern ein Kind



An langen arbeitsreichen Tagen
Ohne Antwort, voller Fragen
Ohne Ruhe, voller Müh
Arbeitsam von morgens früh
Stetig bis zur späten Nacht
Wenn nichts passiert was fröhlich macht
Dann kommt's mir manchmal in den Sinn
Wär gerne anders als ich bin

Ich wäre gern ein Kind
Weil Kinder einfach einfach sind
Jünger, kleiner, faltenfrei
Die Welt wäre mir einerlei

Auf kurzen Beinen würd' ich stehen
Würd' den Tellerrand kaum sehen
Doch große Sorgen hätt' ich auch:

Was drückt und zieht in meinem Bauch?
Wo ist mein Spielzeug hingekommen?
Wo ist die Mama hingeschwommen?
Warum muss ich jetzt ins Bett?
Warum ist der Onkel nett
Aber die Tante ist es nicht?
Wieso verzieht die das Gesicht?
Warum riecht es hier so streng
Wieso ist meine Windel eng?

Ich wäre gern ein Kind
Weil Kinderwelten kleiner sind
Passt was nicht, weint man ein wenig
Und gleich ist man meist wieder König
Reicht das nicht, dann schreit man eben
Als ging es einem an das Leben
Danach freut man sich dann im Stillen
Jetzt hat man schließlich seinen Willen
Und wenn nicht wird man schnell abgelenkt
Weil der Opa Spielzeug schenkt
Oder wer Grimassen zieht
Oder was lustiges geschieht
Man kann soviel man will verschmutzen
Muss nicht aufräumen, nicht putzen

Am Tagesende wird man dann
Weil man kaum noch gucken kann
Ins Bett gesteckt samt Kuscheltier
Ein Elch vielleicht, oder ein Stier
Man kennt das Wort dafür ja nicht
Irgendwo brennt ein kleines Licht
Das böse Geister draussen hält
Aus unserer kleinen schönen Welt

Ich wär so gern wieder ein Kind
Weil Kinder einfach knuffig sind

Montag, 16. Januar 2012

Termine (9)

Einen wunderschönen guten Tag,

am Mittwoch, den 18.01. (also quasi übermorgen), lese ich bei Periplaneta zwei Auszüge aus meinem Romanmanuskript "The Jack". Ich würde mich sehr über euer Kommen freuen!

Hier die Facebook-Veranstaltung dazu:
Periplaneta Kopfkino

Und da müsstet ihr hin, Periplaneta Literaturcafé Beginn ist um 20.00 Uhr:
Periplaneta


Der nächste Dichtungsring ist am 31.01., diesmal mit Frank Klötgen, Daniel Hoth, Matthias Niklas, Hans Sølo und meiner Wenigkeit. Auch hier würde ich mich sehr über zahlreichen Besuch freuen.

Alles weitere dazu unter:
Dichtungsring - Homepage


Hier auf dem Blog wird sich auch bald wieder einiges regen, im Laufe der nächsten 1 - 2 Wochen werde ich hier über den kommenden Gedichtband berichten, und darüber, wann The Jack nun endlich das Licht der Welt erblickt.

Ach, wat freu ick mir.

Grüße
Larry