Mittwoch, 8. Dezember 2010

Termine (4)

Einen wunderschönen guten Abend,

am Mittwoch, den 15.12.2010 trete ich beim Insel Slam an. Es soll ein ganz wunderbarer Slam sein und mit Felix Römer als featured Poet, wird er das mit Sicherheit auch dieses Mal.

Ich wünsche frohe Feiertage oder so ähnlich und hoffe,
ich kann euch bald mal wieder viele neue Gedichte oder erste Infos über mein aktuelles, neues Buchprojekt präsentieren :)

Grüße

Larry deVito

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Gedichtbuch: Arno Wilhelm - Schlicht & Ergreifend (3)

Guten Abend,

Michael Petrikowski von Gedankenspinner.de hat sich die Mühe gemacht, eine Rezension über mein Buch zu schreiben. Vielen Dank dafür!

Hier gibt's das Ergebnis: Arno Wilhelm - Schlicht & Ergreifend


Grüße

Larry deVito

Gedichte (61)

Winter in Berlin

Es ist kalt und es wird noch kälter
verdammter Schnee, da draussen fällt er
Schnee ist nur für's Snowboard nütze
doch mit Handschuh, Schal und Mütze
sitz' ich hier mitten im kalten Berlin
vielleicht wird's Zeit mal wieder umzuziehen
dahin wo's keinen Schnee - oder Berge - hat
und erst im Sommer kehr ich dann zurück in die Stadt

Termine (3)

Einen wunderschönen guten Tag,

es ist furchtbar kalt draussen, darum muss man sich wenigstens die Stunden drinnen versüßen. Darum habe ich heute immerhin gleich zwei Ankündigungen:

Zum einen findet, am Samstag den 11.Dezember ab 16 Uhr, im Klub 103,5 in Köpenick, der "Thurneysser-Wintersalon" statt, bei dem diverse Autoren des Leonhard-Thurneysser-Verlages lesen werden. Meine Wenigkeit wird darunter auch 5 - 10 Minuten vertreten sein.

Zum anderen organisiere ich unter dem Namen Dichtungsring eine Lesebühne für Lyrik die ab Februar 2011 möglichst alle zwei Monate im Laika in Neukölln stattfinden soll. Ich finde, dass Lyrik auch ruhig Spaß machen darf und hoffe das mit den Veranstaltungen auch rüberbringen zu können.
Beim ersten Mal am 8.Februar werden Matthias Niklas, Josefine Berkholz, Jan Koch und ich lesen, wobei Jan Koch auch für ein wenig musikalisches Zwischenspiel sorgt. Wenn der Termin näherrückt, schreibe ich hier nochmal mehr dazu.

Jetzt wünsche ich erstmal allerseits viel Glühwein, wärmende Decken und am Besten wärmende Menschen für die Wintermonate

Grüße

Larry deVito

Donnerstag, 25. November 2010

Gedichte (60)

Na du, wie geht's dir denn so?

Depression, Burnout, die Börse ist leer
Wundfieber, Schrammen, unglaubliche Wut
Schmerzen im Rücken, das Gemüte so schwer
Ich fass mal zusammen: Es geht mir ganz gut

Gedichte (59)

Menschenkenner

Dass du eine Waffe ziehst
Nahm ich noch ganz gut gelaunt
Dass du mich damit erschiesst
Hat mich dann doch sehr erstaunt

Dienstag, 23. November 2010

2084

2084

Ich wache auf, als der Song gerade anfängt Fahrt aufzunehmen. Die Töne kommen mir entfernt bekannt vor und sie gefallen mir nicht. Mir ist, als hätte ich ihn bei MTV vor ein paar Tagen mal gehört, die spielen ja jetzt ab und zu sogar wieder Musik. Genau, das ist die neue Single von Lady Gaga. Eine psychedelische Hip-Hop-Coverversion von 'Last Christmas'. So langsam kriege ich Kopfweh. Ich schnappe mir das neben mir liegende Handy und stelle den Wecker aus. Es zeigt mir an, dass dieser Klingelton aktuell Platz Eins der amerikanischen, deutschen, englischen, südafrikanischen, tunesischen und belgischen Charts belegt und es ihn für nur 99 Cent erworben hat. Seit letzten Monat der Techniker mir das neue Betriebssystem auf dem Computer installiert und meine sämtlichen Geräte daran gekoppelt hat, hat sich einiges verändert. Das Betriebssystem ist von Google. Er meinte, sie würden immer schauen was das beste für mich ist und sich an meinem Geschmack orientieren. Ich hoffe Google irrt sich. Ich weiß nicht ob ich in einer Welt leben kann, in der Lady Gaga das Beste für mich ist. Der Computer wird sich wohl noch eine Weile an mich gewöhnen müssen.
Mein Laptop gibt ein Geräusch von sich. Als ich ihn öffne sehe ich eine E-Mail aufblinken. Mhm, mein Computer hat mir geschrieben. Anscheinend hat Google gestern ein Telefongespräch zwischen meiner Freundin und ihrer Schwester mitgeschnitten bei dem sie erwähnte, dass sie mich betrogen hat. Mein Computer hat daraufhin gleich per SMS in meinem Namen mit ihr Schluss gemacht, die Facebook-Freundschaft beendet, unsere gemeinsamen Youtube-Videos und Flickr-Fotos gelöscht, den Beziehungsstatus aktualisiert und mit allen Frauen die da auf Gefällt mir geklickt haben für nächste Woche Dates ausgemacht. Naja, vielleicht ist es besser so. Die Beziehung lief eh nicht mehr so wahnsinnig gut.
Was mache ich denn heute noch? Ich schreibe Jan eine SMS, ob er Lust auf Kino heute Abend hat, wir könnten ja danach vielleicht noch n Bierchen trinken gehen. Als ich die SMS abschicken will, leuchtet ein rotes Warndreieck auf. Das Handy teilt mir mit, dass ich das besser bleiben lassen sollte. Überhaupt soll ich heute mal zuhause bleiben, mich vernünftig ernähren und meine Leber schonen. Der Ergometer zeige an, dass er seit Tagen nicht benutzt worden sei, das Laufband ebenfalls und das Klo hätte schon die Werte von meiner letzten Urinprobe analysieren lassen, die seien alarmierend. Sport im Freien hat es mir wegen der schlechten Luft in der Stadt schon letzten Woche verboten und dafür die Traingsgeräte bestellt. Ich seufze frustriert. Naja, dann halt kein Kino. Ich mach mir jetzt einfach ne schöne Tiefkühlpizza, trink ein Glas Cola, leg mich vor den Fernseher und dann kommt der Tag schon noch ins Laufen.
Ich stehe auf und schlurfe gemächlich zum Kühlschrank. Als ich ihn öffne, stutze ich. Alle Fächer sind leer, bis auf das Gemüsefach - das ist vollgefüllt mit Sellerie. Ich mag gar kein Sellerie. Der Kühlschrank hat wohl nicht das nachbestellt was ich wollte. Er ist von aussen befüllbar, damit ich nicht mehr einkaufen gehen muss. Bisher hat er immer brav bestellt was ich ihm getwittert habe, da steckt bestimmt auch mein Computer dahinter. Ich schließe den Kühlschrank wieder. Na toll, denke ich mir. Kein Kino und keine Fertigpizza. Dann eben auf zu McDonald's - ich brauch dringend was zum futtern und das Gemüsezeug pack ich nicht an. Ich ziehe mir meine Winterschuhe und meinen Wintermantel an. Die Schlafanzughose wird schon keiner bemerken, vielleicht ist in Berlin sogar gerade irgendein Trend aktuell der Schlafanzughosen als besonders modisch gelten lässt.
Ich drücke die Türklinke herunter - die Tür öffnet sich nicht. Das Display der Tür sagt, dass ich heute lieber Sellerie-Diät machen soll und ich höre die Waage im Bad zustimmend fiepen. Ich rüttle an der Tür aber sie geht einfach nicht auf. Stattdessen erscheint auf dem Touchscreen ein Nummernblock. Da steht, wenn ich den 32-stelligen PUK eingebe öffnet sie sich auch gegen den Willen des Systems. Na super. Der Google-Techniker wollte mir den PUK nur aushändigen, wenn ich seine - wie er es nannte - besondere Datenschutzvereinbarung unterschreibe. Dieses verdammte Kleingedruckte. Ich rufe jetzt bei der Service-Hotline an. Festnetz hab ich dank des unglaublich günstigen Handyvertrags keins mehr, also ziehe ich wieder mein Handy hervor. Es reagiert nicht auf berühren des Touchscreens. Es blendet nur Bilder von Sellerie ein. Immer mehr Bilder, jetzt auch von anderem Gemüse, mit Wochentagen versehen. Zwischendrin blitzt immer wieder irgendwas von "Diätplan" und "Mein neues Leben" auf. Immer schneller wechseln die Bilder, so schnell dass man es kaum noch verarbeiten kann, bis das Handyflimmern fast etwas hypnotisches hat. Ich fange an zu schreien. Ich schreie sehr laut und es dauert sehr lange bis ich wieder aufhöre.
Dann seufze ich, ergebe mich in mein Schicksal, ziehe die Schuhe und den Mantel aus, hole die Sellerie aus dem Kühlschrank und beginne langsam, ganz langsam sie zuzubereiten.

Gedichte (58)

Blick zurück

Mein Spiegel blickt mich fragend an
Er weiß nicht was ich denke
Dass ich den Anblick nicht ertragen kann
und ihn des halb verschenke

Gedichte (57)

Stadtweisheit

Als wollt' er sich den Finger brechen
drückt voll Gewalt er auf den Knopf
dass nicht passiert liegt nicht an körperlichen Schwächen
weiß es halt nicht, der arme Tropf

Frust steigt hoch als ihm dämmert, dass es ihm nicht glückt
wenn man lang hier wohnt dann kommt man eines Tages drauf
Und wenn man noch so hämmert und wenn man noch so drückt
solang das Licht nicht leuchtet, geht die U-Bahn-Tür nicht auf!

Gedichte (56)

Jetzt kommt mal wieder (für meine Verhältnisse) ein Ansturm an Gedichten. Es ist praktisch wenn man sich vom Romanschreiben in Prokrastination übt und dabei dann Gedichte schreibt...
Das nun folgende, kurze Gedichte ist zum Glück nicht autobiographisch und beruht wie so oft auf Erlebnissen in Zug und U-Bahn.


Abschied

Liebste, mich führt
jeder Schritt, dem Ziel entgegen
fester Tritt auf steilen Wegen
ich bin ich, nun lass mich sein
ich lieb' nicht dich, nur mich allein
drum lass' ich dich im Regen stehen
um ganz alleine fortzugehen

Gedichte (55)

Hoffnung

Wenn Liebe in dein Leben fällt
nichts verspricht und alles hält
du voll Tatendrang erwachst
plötzlich alles möglich machst

Dann leg die rosa Brille fort
musst wachen Auges schauen
hält der Anblick dann sein Wort
kannst du dem Glück
vielleicht auch trauen

Sonntag, 21. November 2010

Gedichte (54)

Sprich Wort

Ein Indianer kennt keinen Schmerz
hieß es, wenn als Kind ich weinte
doch verstand ich's nicht als Scherz
als ich am verstauchten Zeh zu sterben meinte

Sag, bist du ein Mann oder 'ne Maus?
hieß es dann zur Jugendzeit
saß ich mal traurig zuhaus
bei Lebens- oder Liebesleid

Ich bin weder Maus noch Winnetou
auch kein harter Hund, doch bedenke du:

Vielleicht ist ein Mann, der weint
einfach nur ein Sprichwortfeind!

Montag, 15. November 2010

Gedichte (53)

Ein relativ neues Gedicht, das allerdings eher noch eine Rohfassung ist. Ich werde wohl wenn der NaNoWriMo, an dem ich teilnehme, vorbei ist, noch ein wenig daran weiterschreiben. Fürs erste dachte ich mir, ich gebe euch mal einen Einblick, was ich momentan so tue.

Ich wünsche einen wunderschönen Abend

Grüße
Larry






Darf ich bitten?


Oh Prinzessin, euer Gnaden,
dürfte ich es wagen
euch hier und heute einzuladen,
zu mir in meine Welt
hab mich noch gar nicht vorstellt:

wie ihr, euer Hochwürden seht,
man nennt mich zu Lande und zu Wasser
stets die Realität

Darf ich euch Vaters Schutz entreissen?
eure Glashauswelt einschmeissen,
von Gottes Gnaden euch entzweien
von Geburtenrecht und Sippschaft euch befreien?

euch Leiden, Armut, Krankheit präsentieren
und euch aufs Brote schmieren
auf welch hohem Ross ihr lebt
und dummem Ziel entgegen strebt

Schickimicki, schöne Leiber,
geistesarme, stupfe Weiber
euch würd ich nicht im Traum anfassen,
seid nicht mal wert, euch eucht zu hassen
drum werd die Finger ich weg lassen

ihr werdet es doch nie verstehen,
was ich gehört, gelebt, gesehen
so geht dahin und lebt in Frieden
bin von euch im Geist geschieden
darum werdet ihr gemieden

mögt ihr auch so viel Pläne schmieden
ws ihr für tolle Leben lebt
manch hohes Ziel ward angestrebt

doch auf den Grabstein wird geschrieben:
Dumm geboren - und ist's geblieben

Donnerstag, 11. November 2010

Gedichte (52)

Vollbeschäftigung


Der Arbeitsplatz, da ist er nun
Er ist dem Deutschen Heiligtum

Ob die Umwelt wird verpestet
Ob man hier mal Waffen testet
Ob Diktatoren Panzer kaufen
Ihr Volk darf um sein Leben laufen
Ob Pullis die wir hier verticken
In Taiwan kleine Kinder stricken

Ob wir mit Autoauspuffgasen
Den Dreck selbst in die Lüfte blasen
An dem wir später dann krepieren
Umwelt und Leben verlieren

Ob Pharmafirmen Mafia spielen
Stets nur auf die Kohle schielen
Viele Tausend sterben lassen
Und sich nicht an die Nase fassen

Ob Politiker in Südenpfuhlen
Nur sich und ihre Lobby suhlen
Beim Chardonnay auf Wähler pfeifen
Sich am Spendengeld vergreifen

Alles möglich, wie ihr seht
Solang in unserem deutschen Land
Geführt von guter deutscher Hand
Kein Arbeitsplatz verloren geht

Dienstag, 9. November 2010

Gedichtbuch: Arno Wilhelm - Schlicht & Ergreifend (2)



Endlich sind die Bücher angekommen! Sie können für 8 Euro über www.buchhandel.de oder über eine Buchhandlung eurer Wahl bestellt werden.

Arno Wilhelm - Schlicht & Ergreifend, erschienen im Leonhard-Thurneysser Verlag Berlin & Basel

Ich wünsche euch allerseits einen schönen Abend,

Beste Grüße
Larry

Dienstag, 2. November 2010

Seitensprünge (4)


Einen wunderschönen guten Tag,

der Artikel Nummer vier für die ultimative Berliner PoetrySlam - Homepage
Slammin' Poetry
ist heute erschienen und auch dieses Mal möchte ich ihn euch nicht vorenthalten.


Es ist eine Rezension über das neue Buch von Wolf Hogekamp, ich wünsche euch viel Spaß beim lesen:

Wolf Hogekamp - Es regnet Ponys


Beste Grüße

Larry deVito

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Gedichte (51)

Warum Gedichte?


Ich drücke aus was mich bedrückt
und presse es in Zeilen
es klärt den Kopf und überbrückt
bis Zeit vergeht und Wunden heilen

Resteessen (2)

Guten Morgen allerseits,
hier sind wieder ein paar Gedichtfetzen, Ideen und ähnliches, die leider noch keine Verwendung gefunden haben - aber vielleicht interessiert es den einen oder anderen ja dennoch.



Schon seit Tagen will ich mich nicht mehr auf die Waage wagen
Muss mich fragen was kann und wird mir wohl die Waage sagen
Will verzagen, dieser Waage Waagenmacher unverhofft verklagen
Oder meinen Magen kleiner machen und der Waag‘ entsagen
Kopf und Kragen wagen und chirurgisch Fett von Bauch und Magen tragen
Hab Angst die Waage wird mich nimmer tragen, der Wanst über die Waage ragen

---------------------------

Man wird von BSE verseucht
Vom Terror in den Krieg gescheucht
und in den Überwachungsstaat
hier und da ein Attentat

Freitag, 22. Oktober 2010

Gedichte (50)

Wow, ein Jubiläum. Das fünfzigste Gedicht das auf meinem Blog erscheint. Und zur Feier dessen kann ich verkünden dass in den nächsten 1 - 2 Wochen die Bücher ausgeliefert werden, ich freu mich schon!



Trendkrankheit


Man hört's inzwischen überall
die ganze Welt scheint schon verseucht
sprüht Kortison, nen ganzen Schwall
auf alles was da keucht und fleucht!

inzwischen hat es scheinbar jeder
Von der Putzfrau bis zum Statiker
rasselnde Atmung wie Darth Vader
Ein Hoch auf die Asthmatiker

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Gedichte (49)

Hier noch ein weiteres Gedicht, eins von denen die ich in Ghana angefangen habe zu schreiben, die aber erst in Deutschland fertig geworden sind. Ich hoffe es gefällt euch.



Hundeelend

Der Arm schnellt vor, der Stock fliegt weit
schnell rennt der Hund, schon holt er ihn
er apportiert stundenlang die ganze Zeit
mit steter Wiederholung kann man ihn erziehen

So ist es oft, ein jeder lernt durch stumpfes üben
doch auf die Schulzeit zurückblickend denke ich mir dann
dass von einem Pädagogen, der junge Menschen vor sich hat
man ja wohl mehr erwarten kann

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Gedichte (48)

Abgründe


Beide stehen sie und starren
zögern, warten und verharren
beide am Abgrund, beide erfüllt,
von Angst die ihnen den Geist verhüllt
beide am Abgrund, so unterschiedlich
Wenn sie springt taucht sie ein, ganz friedlich,
ins Wasser, steigt den Sprungturm neu hinauf,
wenn er springt schlägt er auf Stahlbeton auf
setzt all dem unseligen Streben
ein Ende und ebenso seinem Leben
Und die Moral? Die können wir uns hier schenken
Nicht alles was reimt lohnt sich auch zu denken!

Donnerstag, 30. September 2010

Gedichte (47)

Wenn ein Weltbild bewegt wird


Für den Moment wirkt es so typisch
eine Frau mit dunkler Haut, einen Tonkrug auf dem Kopf
auf einem Weg, sandig und ungemütlich,
Schweiß rinnt und tropft von ihrem Schopf

der Weg ist Straße nicht zu nennen, ihre Hütte kaum ein Haus
ich sehe es und denk erneut – es wirkt so typisch Afrika
doch aufgemerkt – welch fremder Ton erklingt denn da?
die Frau greift in die Tasche – und zieht ein Nokia-Handy raus

tippt eins-zwei-drei ein kleines Textchen
ich steh‘ dumm da und starre nur
grad war das Bild noch Klischee pur
jetzt kleckst da drin ein Zukunftsfleckchen

so ist’s geschehen, nichts was Touristendichterhirn ersann
wer wachen Auges reist sieht hin und wieder solcherlei
und irgendwann versteht man dann,
es prägt sich die Erkenntnis ein
auch Gegensatz kann typisch sein

Mittwoch, 29. September 2010

Gedichte (46)

Noch ein weiteres, kleines Gedicht, bei dem ich aber hinzufügen möchte dass es in keinster Weise autobiografisch ist, sondern von einem Film inspiriert.


Letzte Worte

Du bist nicht länger mein Problem
Hab’s satt dir auf den Leim zu gehen
Ich pack mein Herz, meinen Koffer, meine Seele
Doch lieber Trennungsschmerz
als dass ich mich noch länger quäle

Gedichte (45)

Der letzte Tag des Sommers

Die Stille, sie umfängt mich vollkommen
Des Sommers letzter Tag schickt sich an zu vergehen
Der Kinder Lachen im Freibad ist verklungen
Die späten Sonnenstrahlen verschwinden ungesehen
Nun werden wieder viele dunkle Tage folgen
Blätter fallen von den Bäumen und des Winters weißes Kleid
Beschwert die Zeit und lässt sie kaum verstreichen
Sonne, bitte reich mir noch mehr Stunden, ich bin noch nicht so weit

Doch ich vermag es nicht, dem Sommer zu befehlen
In kalten Zeiten wachsen Leid und Trauer statt Fröhlichkeit und Glück
Wird werden die kalten Tage ein weiteres Mal überdauern
Dann kehrt des Sommers Glanz zu uns zurück

Gedichte (44)

So, geneigte Leserschaft,
ich bin wieder aus dem Urlaub zurück, kann jedem Ghana als Urlaubsland ans Herz legen und habe euch auch die eine oder andere Zeile mitgebracht. Manche muss noch ein wenig überarbeitet werden, aber man kann sich auf jeden Fall darauf einstellen, dass es in den nächsten Tagen wieder mehr werden wird.


Aufgemerkt

In den Ohren rauscht das Meer
Die Sonne schenkt mir ihren Schein
Die rote Haut sie schmerzt mich sehr
Ich muss wohl im Urlaub sein

Donnerstag, 2. September 2010

Gedichte (43)

Hallo zusammen,

das folgende Gedicht ist ein wenig arg sinnfrei, aber manchmal tut man halt was einem so in den Sinn kommt. Vielleicht amüsiert es ja dennoch den ein oder anderen.


Leib- und Magengedichte 1

Im Topf muss kochend' Wasser wallen
hinein lässt du die Nudeln fallen
den Herd an für ein paar Momente
bis das Teigwerk fast al dente
und dennoch recht schön bissfest ist
dann die Sahne in die Pfanne
den Schinken auch, der schon so lange
geschnitten auf dem Brettchen lauert
bevor die Sahne nun versauert
Creme fraîche und Erbsen in die Soße
und lieber kleine als zu große
Stücke Gorgonzola auch
Dill, Basilikum, Schnittlauch
und etwas Salz und Pfeffer streuen
dein Gaumen wird sich nachher freuen
wenn du es aufkochen lässt bis
die Soße durchweg flüssig is
zuletzt ein klein wenig garnieren
und mit den Nudeln heiß servieren

Sonntag, 29. August 2010

Gedichtbuch: Arno Wilhelm - Schlicht & Ergreifend (1)


Einen wunderschönen guten Abend,

seit heute ist es offiziell, der Vertrag wurde vor ein paar Stunden unterzeichnet. Im Leonhard-Thurneysser-Verlag Berlin & Basel erscheint im letzten Quartal diesen Jahres mein Gedichtband der auf den Titel "Schlicht & Ergreifend" hört. Er wird um die 100 Seiten haben und 8 € kosten und über mich, die Buchhandlung eures Vertrauens und über www.buchhandel.de zu erhalten sein. Etliche der Gedichte stehen oder standen mal hier auf dem Blog, allerdings stehen hier Gedichte die nicht im Buch sind und das Buch enthält Gedichte die nicht ihren Weg hierher gefunden haben, es muss ja interessant bleiben.
Ich hoffe auf jeden Fall dass der ein oder andere daran Interesse hat, ich werde hier weiter Infos posten sobald ich mehr zum Veröffentlichungsdatum oder ähnlichem weiß.

Mit bestem Gruße

Larry deVito

Seitensprünge (3)












Hallo zusammen,

Artikel Nummer drei für die Berliner PoetrySlam - Homepage
Slammin' Poetry
ist heute erschienen und auch dieses Mal möchte ich ihn euch nicht vorenthalten.

Es ist eine Rezension über einen meiner liebsten Slampoeten: Lars Ruppel. Er hat eine Buchtrilogie namens Larubel-Trilogie geschrieben die es hier zu kaufen gibt. Viel Spaß beim lesen:


Lars Ruppel - Larubel-Trilogie



Beste Grüße

Larry deVito

Montag, 9. August 2010

Gedichte (42)

Einen wunderschönen guten Morgen,
irgendwie habe ich gerade wieder ein Faible für ernste Gedichte, aber das schlägt bestimmt auch bald wieder um. Das folgende Gedicht ist mir eingefallen, als ich über den Begriff des reinigenden Gewitters nachgedacht habe und dass ich dieses Bild als sehr schön und auch oft als sehr passend empfinde.

Ich hoffe es gefällt euch

Grüße
Larry deVito



Reinigendes Gewitter

So viel besteht, vom Himmel oben bis zur Erde
Alles vergeht. Ob ich es je begreifen werde?
Ein Gewitter bricht mit Donner über uns herein
flutet unser beider Lebensweg, wäscht alles rein

Manch ein Gewitter ist kaum zu überstehen
Mancher Fehler ist im Herz kaum zu verzeihen
doch es hilft Schmerz Ausdruck zu verleihen
man will ohne Bitterkeit gemeinsam weitergehen

Alles schmerzt, man schluchzt und weint
es ist schwer zu vergeben
Doch wo immer nur die Sonne scheint
zerstört sie alles Leben

Freitag, 6. August 2010

Gedichte (41)

Momentan passiert hier leider recht wenig weil ich gerade durch's Land reise und nicht so viel Zeit finde meine Gedanken zu Papier zu bringen. Dieser Vierzeiler kam mir neulich an einem geistig sehr regnerischen Tag in den Sinn.
Ich wünsche einen schönen August!

Grüße

Larry deVito





Ich gehe Tag für Tag ein Stück


Und wenn ich aufhöre zu lügen
mein kleines Ich selbst zu betrügen
bemerke ich stets dann und wann
dass ich die Welt nicht leiden kann

Freitag, 30. Juli 2010

Gedichte (40)

Zwei und Fünf

Montag früh, vor'm Fenster Regen
seh' dem langen Tag entgegen
fünf von seinesgleichen stehen
zwischen mir und dir, vergehen
zäh als bremste wer die Uhren
Testate, Prüfungen Klausuren
lesen, lernen, Geistesmühen
erst Freitag Nachmittag erblühen
unser beider Leben wieder
bunt und schön statt kahl und bieder

Ich sitz' zuhause, denk an dich
halte mich vom lernen ab
die Zeit arbeitet gegen mich
der Prüfungsstreß hält mich auf Trab

Ich seh' schon, es wird immer später
bin ein Lyrik-Schreibtischtäter
dem du so sehr wichtig bist
wie Karl Marx dem Kommunist
wie dem Heiligen sein Schein
Gott, lass ganz schnell Freitag sein!

Montag, 19. Juli 2010

Seitensprünge (2)

Einen wunderschönen guten Tag,

mein zweiter Artikel für die Berliner PoetrySlam - Homepage
Slammin' Poetry
ist soeben erschienen und ich möchte ihn euch natürlich zur Verfügung stellen.

Der Artikel ist ein Bericht vom Bastardslam im Juni, u.a. mit Daniel Hoth,
Sarah Bosetti, Bleu Broode und mit Lars Ruppel als featured Poet.

Eine Alternative zur WM

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen,
Beste Grüße

Larry deVito

PS: Schaut euch vor allem unter dem Artikel das Video "Der Deutsch" von Lars Ruppel an, ich finde das Gedicht einfach nur grandios

Sonntag, 18. Juli 2010

Bewegte Bilder (1)

Hallo guten Tag,

der Auftritt beim Bastardslam ist jetzt auch schon wieder zwei Tage her und ich dachte mir, ich teile das Video dazu mit euch, vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen. Auch wenn es unschön ist festzustellen, dass einen auch schwarze T-Shirts in Verbindung mit Scheinwerferlicht nicht vor Schweißflecken bewahren, gefällt mir das Video doch an sich recht gut. Danke an Slammin' Poetry fürs Filmen und Bereitstellen des Videos!

Viel Spaß damit!

Larry deVito


Donnerstag, 8. Juli 2010

Gedichte (39)

So, mit dem heutigen Tag endet die Reihe, die inzwischen fest den Titel 'Genesungslyrik' bekommen hat. Morgen werde ich erfreulicherweise entlassen. Ein paar der Gedichte werden wohl auch den Weg ins Buch finden, das an Weihnachten 2010 erscheint. Jetzt wird die Rate an Postings auch wieder etwas abflachen, ich wünsche derweil Spaß mit dem letzten Gedicht aus dem Herzen eines Klinikums in der schönen Hauptstadt...

Gruß
Larry de Vito


Ungerecht

Mancher Menschen Seelenleben
ist so hässlich wie ihr Streben
nach Ruhm und Prunk und alledem
doch sie haben es bequem

Und liebe Menschen liegen hier
nach gut geführten, kurzen Leben
dem Ende nah, die Lippen beben
steter Zweifel nagt an mir

es liegt nicht an mir zu richten
alles was ich darf ist dichten
so vieles ist hier ungerecht
ich glaub manchmal,
die Welt ist schlecht

Mittwoch, 7. Juli 2010

Gedichte (38)

Wir

Ich - ich liege
Infusionen die ich kriege
laufen mir in meinen Arm
wie so oft ist mir zu warm
um mich herum hängt in der Luft
Desinfektionsmittelduft
lieg auf meinem Bett und lerne
Gedanken schweifen in die Ferne

Du - du fehlst,
wie du mir von deinem Tag erzählst
Stunden bei mir sitzen bleibst
mir die lange Zeit vertreibst
ich hoffe du suchst nie das Weite
du tolle Frau an meiner Seite
mein' es auch ernst, wenn ich dir sag
ich bin so froh dass ich dich hab

Er - er grollte
weil er wieder heimwärts wollte
hat zu seiner Form gefunden
wartete heute nur noch Stunden
lang aufs Papier seiner Entlassung
dennoch, er trug es mit Fassung
und ging, wie könnt' es anders sein
nach Haus zu Frau und Töchterlein

Sie - sie schieben
von Arbeitsstreß vorangetrieben
Betten über die Station
Jahrelang geht das wohl schon
angestrengt, unterbesetzt
wirken permanent gehetzt
voll Arbeitskraft und ihrem Streben
sie halten die Station am Leben

Es - es endet
bald werde ich heimgesendet
man sagt wohl besser, werd' entlassen
kann es immernoch kaum fassen
bin quasi wieder quietschfidel
froh dass ich mich nicht mehr quäl'
und lass' es euch im Paarreim wissen
ich werde das hier wohl nicht vermissen

Dienstag, 6. Juli 2010

Gedichte (37)

Dienstag


Natur im heißen Sommerkleid
erfüllt mich bis ins Mark
Es zerfliesst die Zeit
in diesem wunderschönen Park

Es kommt ein alter Mann vorbei
im Rollstuhl sitzt er, wird geschoben
die Glieder wirken schwer wie Blei
blickt aufmerksam, den Kopf erhoben

verwundert, doch er sieht schon richtig
die Augen sind durchaus noch tüchtig
wie dieser junge Mann da steht
bizarr, er hat's genau im Ohr
ein Selbstgespräch führt der Poet
der liest sich laut Gedichte vor

Montag, 5. Juli 2010

Gedichte (36)

Erkenntnisse am frühen Abend


Wie Feuer brennen meine Lungen,
bin müde, matt und ausgewrungen,
Schmerz in meinem rechten Arm,
krieg wenig Luft, mir ist zu warm,

doch den meisten hier gehts schlecht
das Leben ist oft ungerecht
Krankheit täglich weit und breit
das betäubt mein Selbstmitleid

Sonntag, 4. Juli 2010

Gedichte (35)

Na bis jetzt klappt das ja ganz gut. Dieses Mal ist es ein nicht-autobiographisches Gedicht, ich habe das große Glück genug Besuch zu bekommen. "Lungenstations-und-Luftröhren-Lyrik" ist momentan zu den Arbeitstiteln für diese Reihe hinzugekommen. Vorschläge werden per Kommentarfunktion natürlich freudestrahlend entgegen genommen, aktueller Favorit ist nach wie vor "Genesungslyrik".



Kommen und Gehen

Es ist früher Nachmittag
die Stations-Besuchszeit naht
die Zimmer füllen sich mit Gästen
aus Ostberlin und aus'm Westen

Tag für Tag kommen sie wieder
Trauer drückt die Haltung nieder
schleichen vorbei, Leid im Gesicht,
Sorge die im Herzen sticht

besuchen Mutter, Vater, Lebenspartner
traurig vereint, ihr Weg ein harter
sitzen dann da, alle gemeinsam
ich liege hier, fühle mich einsam

die Seele ist nicht froh, nicht frei,
doch da, die Tür am Gang bewegt sich
vielleicht kommt heute wer vorbei
doch meine Hoffnung - nur noch kläglich
Vertrauen, Glaube, unerträglich
im täglich kranken Allerlei

Samstag, 3. Juli 2010

Gedichte (34)

Samstag Mittag

Samstag Mittag, Deutschland spielt,
Fußball in Südafrika,
selbst die Krankenschwester schielt
zum Fernseher und schreit hurra,

wer unter den Wachen weilt,
und den keine OP ereilt,
schaut im Fernseher das Spiel,
selbst mir wäre es nicht mehr zuviel
dennoch schaue ich es nicht,
sehe mich nicht in der Pflicht,

Deutschland siegt, sicher zu Recht,
man sagte mir, es war nicht schlecht,
dem deutschen Fußball zuzuschauen
man hört Fans auf die Kacke hauen

Durch's Fenster klingt in Stereo
Vuvuzela-Lärm zuhauf herein
doch manch Alter hört darin allein
Trompetenklang aus Jericho

Freitag, 2. Juli 2010

Gedichte (33)

Hinein damit

Tropfen, Tropfen, Flüssigkeit,
die von Krankheit mich befreit,
läuft vom Tropf den Schlauch hinunter,
oft langsam doch auch schnell mitunter,

Am Ständer für die Infusion,
neben meinem Bett, hängt schon
der kleine Beutel für mein Glück,
bringt Gesundheit mir zurück,

Tropfen, Tropfen, Flüssigkeit,
macht sich in meinem Körper breit,
läuft vom Tropf den Schlauch hinunter,
macht müden Larry wieder munter,

Bis er wieder heimwärts geht,
sich das Leben neu versüßt,
in ihn kein Tropf, nur Whiskey, fliesst,
Genuss entsteht - dem Krankenhaus-Poet

Donnerstag, 1. Juli 2010

Gedichte (32)

Mahlzeiten im Krankenhaus

Ein Bier das meine Lippen kühl benetzt,
sanft in meinen Rachen fliesst,
den Mundraum mit Geschmack versetzt
den der Kenner lang genießt

Eine Currywurst im Stillen,
handgeschnitten und besoßt,
soll meine Magengrube füllen,
bis der Blutdruck sich erbost

Ein Döner mit Huhn oder mit Rind
viel Fleisch und Zutaten zuhauf,
die alle frisch geschnitten sind,
und mit scharfer Würze drauf

Eine Pizza feinster Art,
selbst gebacken und belegt
alles wundervoll und zart
ein Traum der sich in mir regt

Von all dem kann man im Krankenhaus nur träumen
zu meinem Glück ist's nur ein Stück
nicht weit entfernt hinter den Bäumen
steht mein liebstes Burgerhaus
und dahin reiss ich gern mal aus...

Mittwoch, 30. Juni 2010

Gedichte (31)

So, hier kommt Gedicht Nummer zwei. Der Arbeitstiel reift heran, irgendwo zwischen "Lyrik aus Häusern deren Gesundheit angeschlagen ist" und "Genesungslyrik". Die ersten sind jetzt relativ ernst geraten, mal gucken ob ich in den nächsten Tagen nicht auch das ein oder andere mit besserer Stimmung fabrizieren kann.


Aus der Perspektive des Liegenden


Und wieder geht sie auf die Türe
und schon fliegt sie wieder zu
Früh gibt's Brot und Konfitüre
Zum Mittag warmes Kalbsragout

Stets wird hin- und hergeräumt
Essen und Medikamente
kaum dass man kurz mal pennt und träumt
hustet hier wer, wackeln die Wände

Ein ruheloser Ort, ein Krankenhaus
will fort, werd schnell gesund
und dann nichts wie raus

Dienstag, 29. Juni 2010

Gedichte (30)

Einen wunderschönen guten Abend,
ich verbringe die nächsten 14 Tage im Krankenhaus und da habe ich beschlossen, dass es mal wieder Zeit für eine Gedichtreihe ist. Unter dem Arbeitstitel "Lyrik aus ungesunden Häusern" werde ich möglichst jeden Tag ein Gedicht schreiben und auch hier veröffentlichen. Garantieren kann ich natürlich nicht dafür, aber ich hoffe es klappt.
Fangen wir gleich mit dem ersten an:


Schwermut

Tage, die sich langsam neigen,
Menschen, die voll Schwermut schweigen,
Schwestern, die durch Gänge eilen,
Besucher, die bedrückt verweilen,
Patienten, Sorgenvoll und alt,
Wer hier nicht krank ist, wird es bald

Sonntag, 20. Juni 2010

Termine (2)

Hallo geneigter Leser,

ich trete am 16.Juli beim Bastardslam im Festsaal Kreuzberg auf.
Es würde mich doch über die Maßen freuen, dich da zu sehen und
am Besten natürlich applaudieren zu hören, falls es gefällt.

Ich wünsche einen gar schönen Tag,
Beste Grüße,

Larry deVito

Samstag, 19. Juni 2010

Gedichte (29)

Alle Jahre wieder

Die Deutsche Flagge überall und Stolz auf die Nation
Angriff, Verteidigung, Strategie, Satisfaktion
Zeit in der sich alles nur um deutsche Siege dreht
Wie gut, dass es hier nur um Fußball geht

Mittwoch, 16. Juni 2010

Resteessen (1)

Hallo zusammen,
es bleiben ja immer mal wieder Texte und Gedichte liegen oder man kommt damit nicht weiter oder hat keine Lust daraus was zu machen und ich dachte mir, ich mache hier mal eine Rubrik mit Textresten, in diesem Fall Gedichtfetzen der letzten Wochen.
Ich wünsche viel Spaß dabei,
Gruß
Larry deVito




Ein neuer Tag, die Augen auf,
der Schädel schmerzt, ich zitter,
die Lider schwer, Galle schmeckt bitter,
ein Katertag nimmt seinen Lauf

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Vorlesung am Morgen

Er redet ohne Luft zu brauchen,
würd' ich ihn doch nur verstehen,
zu faul um mir Kaffee zu kaufen,
zu müde um zu gehen

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Von der Anmut eines Schlussstriches

Warum in die Ferne schweifen,
wenn das Gute liegt so nah
warum nach den Sternen greifen,
zuhause ist's doch wunderbar

Kaum einen Menschen kenn' ich hier
und ich erlebe keinen Erfolg
soziale Kälte, schlechtes Bier,
hab vom Leben nur ein Stück gewollt

Vermisse die Natur, meinen alten Freundeskreis
was bringt gute Gehaltsaussicht
wenn mich die Uni schon verschleisst
hab das Gefühl es lohnt sich nicht

[...]

Montag, 14. Juni 2010

Gedichte (28)

Nachruf auf den Tod

Herzlich Willkommen liebe Leute,
voll Trauer versammeln wir uns heute
Völlig ohne Sang und Klang
Setzte sich der Sensenmann
gestern selbst die Sense an

Ein langes und ein schweres Leben
ward ihm von jeher gegeben
Schon in der Schule fielen
seine seltsamen Talente vielen
auf, keiner wollte mit ihm spielen

Er war kein Streber, er war nett,
aufmerksam, durchaus adrett,
Zurückhaltung war ihm ein Graus,
Er sagte jedem grad heraus,
seinen Todestag voraus

So kam es, dass er einsam war,
und auch durchaus sonderbar,
jung brach er die Schule ab,
als Papa ihm die Sense gab,
bald füllte er Grab um Grab,

Tüchtig wie's im Buche steht,
kam stets eher zu früh als spät,
immer schick in schwarzer Kluft,
umgeben von Verwesungsduft,
erwischte jeden, Held und Schuft,

Für ihn waren sie alle gleich,
ob alt, ob jung, ob arm, ob reich,
er erledigte gewissenhaft,
ein Sensenmann voll Stolz und Kraft,
nun hat's ihn selbst dahingerafft,

hier liegen nun die müden Knochen,
seine Sense ist zerbrochen,
Nachfolger wird es keinen geben,
doch glaubt nicht an ewiges Leben,

die Himmels- und die Höllenboten,
kümmern sich nun um die Toten,
jeden trifft der Schicksalschlag,
und wird es Zeit für euer Grab,
holen sie euch höchstpersönlich ab

Donnerstag, 3. Juni 2010

Gedichte(27)

Lebenshilfe


Immer ein Fuß vor den andern,
nie außerhalb der Herde stehen,
schön auf den rechten Wegen wandern,
und nie auf wilden Pfaden gehen,

du willst dass ich folge, darf nicht klagen,
stets brav sein, bloß nicht stören,
niemals meine Meinung sagen,
und auf jeden Ratschlag hören,

Doch auch ein Ratschlag ist ein Schlag,
und wer nimmt den schon gern entgegen,
egal ob ich es hören mag,
intervenierst du in meinem Leben,

damit mir nichts im Wege steht,
ein Leben ganz ohne Blessuren,
doch nur wer eigene Wege geht,
der hinterlässt auch Spuren.

Montag, 24. Mai 2010

Seitensprünge (1)

Hallo zusammen,

ich schreibe ab sofort hin und wieder Artikel für die Berliner PoetrySlam - Homepage
Slammin' Poetry

Nun ist dies das erste Mal geschehen, der Artikel ist eine Rezension
des Buches '3 Wunden' von Moritz Neumeier das vor kurzem erschienen
ist.
Hier der Link zum Artikel:
Releases Moritz Neumeier - 3 Wunden

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen,
Beste Grüße

Larry deVito

Gedichte (26)

Einsamkeit


Die Blätter fallen von den Bäumen,
am Fenster sitz‘ ich, ganz allein,
lieben will ich – nicht nur träumen,
möchte doch nur glücklich sein.

Lachen, leben, Tage teilen,
ob ich froh bin oder weine,
will nicht in Einsamkeit verweilen,
doch immer sitz ich hier – alleine.

Donnerstag, 20. Mai 2010

Termine (1)

Einen wunderschönen guten Abend,

ich wollte nur mitteilen dass ich am 12.Juni beim Sommersalon
des Thurneysser-Verlags Berlin lesen werde, zusammen mit mehreren
anderen Autoren, Dichtern, etc (u.a. Hans-Joachim Beeskow, Barbara Blum, Horst Dahm, Elke Hübener-Lipkau, Alfred Quiring, Timm Retter, Kurt Tackmann).

Das Spektakel geht von 16-20 Uhr und findet in der alten Klosterkirchenruine in Mitte
statt, U-Bhf Klosterstraße. Ich würde mich sehr freuen wenn ihr kommt, der Eintritt beträgt 2,- Euro.

Bei diesem Verlag, dem Leonhard-Thurneysser-Verlag Berlin & Basel wird Ende des Jahres auch ein Buch mit Gedichten von mir erscheinen, aber dazu in ein paar Wochen mehr...

Beste Grüße
Larry deVito

Freitag, 14. Mai 2010

Gedichte (25)

Ein neues Gedicht, ein ernstes und wieder mal ein nicht-autobiographisches. Und für Leser die nicht aus Berlin sind: Motz ist eine Berliner Obdachlosenzeitung.



Motz


Über den Wolken,
mag die Freiheit grenzenlos sein,
doch ich stehe hier und friere,
es ist kalt, ich bin allein.

Etwas warmes braucht der Mensch,
ich will den Vater Staat nicht fragen,
auch wenn ich kein Zuhause habe,
kann ich mehr tun als nur klagen.

Kein Grund arbeitslos zu sein,
ich will es mir verdienen,
die U-Bahn kommt, da sitzen sie,
mit ihren erfrorenen Mienen,

Ich trete ein und meine Arbeit,
sie nimmt ihren Lauf,
atme tief durch, geh' auf sie zu
und sag mein Sprüchlein auf.

Dienstag, 11. Mai 2010

Gedichte (24)

Auch wenn man jetzt vielleicht meinen könnte, die Liebesgedichte nehmen hier in letzter Zeit überhand, es kommen bald auch wieder andere Themen zu Wort. Das folgende Gedicht gehört mal wieder zu meinem Gedichtzyklus 'Als einer auszog, die Liebe zu suchen', ich wünsche viel Spaß beim lesen...



Für Dich


Sehr oft trifft man neue Menschen,
hört sie reden, denkt mit Leid,
schade um die verlorene Zeit,

doch letztes Jahr hast du,
dafür seist du hier gepriesen,
es mir ganz allein bewiesen,

dass man interessante Menschen,
hin und wieder, dann und wann,
kennenlernen kann,

und es ist schön dich zu kennen,
schön, dass es dich gibt,
ich habe mich verliebt,

Lieblingsmensch und Muse,
die Zeit vergeht im Flug,
wir haben davon nie genug,

Am Tag lausch ich deinen Worten,
und Nachts guck ich dir in Ruh,
beim schlafen zu,

ich genieß es mit dir,
will bei dir bleiben,
mir mit dir die Zeit vertreiben,

ich versprech dir auch,
ich werd mich gut betragen
möcht' dir hiermit noch was sagen,

damit nähern wir uns,
des Pudels Kern:

ich hab dich so gern!

Donnerstag, 6. Mai 2010

Gedichte (23)

Liebe ist ein seltsames Spiel


Die Liebe ist ein seltsames Spiel,
man hört und sieht von ihr so viel,
man sucht sie, fühlt sie, will sie halten,
hat Angst man spürt sie bald erkalten,
sie kann so viel geben, so viel nehmen
kann Kräfte bündeln, Menschen lähmen,
Freude bringen, Wege zeigen,
zum Reden bringen wie zum Schweigen.

So viele Lieder über Liebe,
der Wunsch dass sie nur einmal bliebe,
Ratgeber gegen Liebesleid,
Wie vermeid' ich bösen Streit?
Damit die Liebe nicht daran zerbricht,
das überstünden die Menschen wohl nicht,
Was wäre das denn für eine traurige Welt,
die keinerlei Liebe mehr enthält,

Liebe, ich hab' viel über dich nachgedacht,
und du hast mir viel gebracht,
hast manchmal über mich gewacht,
So manchen Tränenschwall entfacht,
oft die Welt ein Stück schöner gemacht,
so viel tolle Zeit vollbracht

und am Ende weiss ich nur so viel:
die Liebe – ist ein seltsames Spiel

Donnerstag, 22. April 2010

Gedichte (22)

Tag der Arbeit



Der 1.Mai, die Hauptstadt brennt,
Eine Strassenschlacht die sich Demo nennt,

Wer weiss es, warum wir hier demonstrieren?
Ein Feiertag zum Bullen schikanieren?
Steine werfen, Mollis schmeissen,
Sich im Fleisch des Staats verbeissen

Ein politisches Ideal, zum Event verkommen,
Der linke Gedanke längst zerronnen,
Eine Demo, auf der mancher noch die alten Sätze brüllt,
Ein Tag der Arbeit, der kaum noch seinen Zweck erfüllt,

Linke und rechte Gewalt wird schon heute gleichgesetzt,
Von Jahr zu Jahr werden mehr Leute verletzt,
Keine Besinnung zurück zur Politik,
Nur noch Touristen und das Spiel vom Krieg,

Da stehen sie nun aufgestellt,
Kurz bevor der Startschuss fällt,
Polizei und Demonstranten,
Zur Schachpartie der Militanten,

Der schwarze Block zieht los,
Hin zu den uniformierten Reihen,
Wer hier noch weiss wofür er kämpft,
Werfe den ersten Stein.

Donnerstag, 15. April 2010

Gedichte (21)

Okay, irgendwie scheine ich momentan keine neuen Texte fertigzubekommen, aber dafür sind viele Gedichte in Arbeit. Hier ist nochmal eins von der kurzen Sorte.



Ein Schelm, wer hier nun böses denkt



Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben,
das haben wir schon früh gehört,
doch wer zu früh kommt, kann erleben,
dass auch das zumeist nur stört.

Samstag, 3. April 2010

Gedichte (20)

Ein kleines Gedicht, dass zwar nicht zu meiner aktuellen Stimmung passt während ich hier in der Sonne sitze, das mir aber trotzdem so gut gefällt, dass es hier landen soll.


Wenn die Stunden verstreichen


Manche Nacht vergeht, in Klage und Streit,
Stunden verwehen, voll Selbstmitleid,
doch wenn die Sonne morgens am Himmel erscheint,
ahne ich, dass es der Tag wieder gut mit mir meint.

Donnerstag, 1. April 2010

Gedichte (19)

Ein politisches Stilleben


Mehr als 100 Tage leben sie nun schon
In ihrer heiß ersehnten Koalition
Guido stumpf, wie man ihn seit Jahren kennt,
Vergleicht uns mit dem alten Rom, Hartz4 macht alle dekadent,
Glaubt noch immer, er sei in der Opposition,
schimpft nur gegen die anderen, man kennt das alles schon,

Angela will nichts entscheiden, nicht widersprechen,
mahnt an, berät, und kann doch nur Phrasen dreschen,
Denkt, ohne Handlung regiert sich‘s besser,
Man könnte meinen, rot und grün wetzen die Messer,
doch keiner tut was, niemand profitiert,
weil sich keiner profiliert,

Schwarz-Gelb gibt Geld aus das nicht existiert,
wird von Mövenpick geschmiert,
vernachlässigt die Bildung, die Finanzen, den Staat,
die Tigerente ist zur Salzsäule erstarrt,
wie lange geht das wohl noch so?
wir erleben politischen Stillstand auf ganz neuem Niveau,

Mein Fazit heute, wie könnt‘ es anders sein,
wenn so Wunschpartner aussehen, bleibt man wohl besser allein.

Dienstag, 23. März 2010

In eigener Sache (2)

Einen wunderschönen guten Abend,
der Blog hat sein Antlitz ein wenig verändert,
und viele Texte und Gedichte sind verschwunden.
Wie kommt das nur?

Der Blog hat mich durch die Jahre von 2007 bis
zum März 2010 in seiner alten Form durch Höhen,
Tiefen und noch mehr Höhen begleitet
und da bin ich auch sehr froh drüber, nun ist
allerdings Zeit für eine Prise Veränderung.

Ab jetzt geht der Blog laut Titel von 2010 bis 2013
und alle Posts von vorher die hier noch sind,
könnt ihr als meine persönlichen Lieblinge sehen,
von dem was ich in den letzten Jahren geschrieben
habe. Das Design hat sich im Maße meiner Möglichkeiten
ein bisschen gewandelt, ich hoffe zum besseren.

Vielen Dank an dieser Stelle an Anne für die Vollendung
des Wappens, ich finde es ist toll geworden!

Über Kommentare freue ich mich immer,
ansonsten wünsche ich allen die das hier lesen ein
schönes weiteres 2010, vielleicht sieht man sich
ja mal auf einem Poetry Slam, oder wo auch immer
es mich in den nächsten Monaten und Jahren hinverschlägt.

Grüße
Larry deVito
- www.larrydevito.de -

Donnerstag, 18. März 2010

Gedichte (18)

Ich schreib irgendwie in letzter Zeit deutlich mehr Gedichte als Texte, mal schauen wann sich das wieder ändert. Hier ein weiteres Gedicht aus meinem Urlaub...



Ode an die kleine Stadt



Kleinstadt, auf ein Wort,
ich hab mit dir zu reden,
schon vor Jahren ging ich fort,
wollt hier auf keinen Fall mehr Leben,

Du mit deinen paar Geschäften,
in denen doch niemand verkehrt,
Kneipen, wo jeder kleine Funken Lärm,
schon reicht damit sich wer beschwert

Der Staat braucht nichts zu überwachen,
denn man kann ja gar nichts tun,
und an allen Fenstern stehen Rentner,
die immer gucken, niemals ruhen,

Jeder kennt dich und deine Eltern,
und du kennst seine Eltern auch,
weiß alles, was du je getan,
Datenschutz ist Schall und Rauch

Schöne Natur, noch unverbaut,
Einfach, dörflich, da ist keiner,
Der über den Rand des Tellers schaut,
Und seinen Weg geht auch kaum einer,

Die Dorfzeitung zementiert den Klatsch,
An jeder Ecke wird getratscht,
Nichts passiert, Reporter schreiben,
schon wenn‘s mal einen Frosch zermatscht,

Die gleichen Gesichter in den Kneipen,
Die gleichen Drinks, der gleiche Mist,
Hundert Gespräche die sich gleichen,
Bis wieder Wochenende ist,

Ach, Kleinstadt, wie hab ich dich damals gehasst,
Berge, Natur, die schöne Sicht,
Und auch wenn der Hass langsam verblasst,
Hier bleiben möcht‘ ich nicht.

Sonntag, 21. Februar 2010

Gedichte (16)

Hier ein kurzes Gedicht, dessen Wurzeln noch im Sommer 2009 liegen und das mir von damals noch am Herzen liegt.


Steinsäulen


Grau und stumm stehen die Säulen starr auf weichem Grund,
So viel gesehen haben sie, doch tun sie es niemand kund,
Welche Last trugen sie einst, stolz und schön? Und wer hat sie hier aufgestellt?
Schönheit ist stets verflucht zu gehn‘, Verfall bedroht das Bild der Welt,

Aus der Ferne noch stark, aus der Nähe schon alt,
Durch Witterung zerfurcht, sie bieten keinen Halt,
stützen nicht mehr, was einst auf ihnen ruhte,
Stärke ist stets verflucht zu gehn‘, das ist was ich vermute.

Donnerstag, 7. Januar 2010

Gedanken im Winter

Müdigkeit


Wohin, fragte er sich.
Wohin soll man gehen, wenn die Beine schwer werden,
wenn man spürt wie die Zeit vergeht,
man ihr stetig dabei zusehen kann?
Man nichts fühlt ausser Spannung,
nichts hört ausser dem Ticken einer Uhr?
Wenn man spürt, dass sich der Sommer dem Ende zuneigt
und man nichts, gar nichts dagegen machen kann.

Die Füße schlurfen auf dem abkühlenden Teer
in Richtung Sonnenuntergang.
Das Auge schweift umher.
Man fühlt sich alt, wenn man man auch
noch so jung sein mag.

Nur Minuten vergehen so, nur wenige Meter ist man gelaufen,
und doch fühlt es sich an wie Zeitalter, die
vorbeigeflimmert sind.

Doch schon kommt die Sonne hinter dem Horizont durch,
ein Lächeln erblickt die Welt.
Ein Lächeln, so unverhofft glücklich wie es nur
Sonnenstrahlen im Frühling
auf dein Gesicht zaubern können.

Kein Blick zurück.
Neue, schöne Zeiten liegen vor deinen Füßen.
Es wird immer wieder Tag...